Sicherer Grund

Ich bin wieder dran! In meinem letzten Beitrag, der ja schon ziemlich lange her ist, habe ich über meine Schwierigkeiten geschrieben, mich an meine Träume zu erinnern. Dies war auch weiterhin so. Aber es gab auch die Tage, an denen ich etwas aufschreiben konnte. Hier erzähle ich einen meiner Ermutigungsträume.

Zur Veranschaulichung benutze ich wieder THESA, wie im Beitrag vom 26.4.21 vorgestellt.

T Vor kurzem träumte ich von einem bewegten Wasser. Ich war im oder auf dem Wasser. Ich weiss nur noch um das Gefühl der Unsicherheit, das ich in Bezug auf das Wasser hatte. Ich sah in einiger Entfernung einen grossen, starken Fels. Er war sehr hoch, und seine dem Wasser zugewandte Seite eine senkrechte Wand, vom Wasser aus unmöglich zu besteigen. Während ich den Felsen wahrnahm, bemerkte ich einen Steg, der links vom Felsen ins Wasser hinausführte. Den Steg zu erreichen und hinaufzuklettern war kein Problem, das wusste ich instinktiv. Der Fels und der Steg wirkten sehr einladend und vermittelten ein Gefühl von Sicherheit.
H Fels und Steg in bewegtem Wasser
E Unsicherheit und Bedrohung, dann ein Empfinden von Ruhe und Geborgenheit
S In meinem wachen Leben gab es zu dieser Zeit einige herausfordernde Umstände, die mich emotional ziemlich bewegten.
A Symbole
– Wasser in Bewegung: Die herausfordernden Situationen
– Fels: Der Fels ist in der Bibel ein Bild für Jesus Christus
– Steg: Gott gibt mir Hilfe, um den sicheren Grund des Felsens in der Person von Jesus auch „erreichen“ zu können. Als erstes ist er selber in der Person des Heiligen Geistes mein Helfer, Ratgeber und Führer. Dann gibt er mir sein Wort, die Bibel, durch die ich ihn immer mehr kennenlernen kann. Auch das Gebet, das persönliche Gespräch mit Gott, ist so ein Steg zur Sicherheit des Felsens.

Durch diesen Traum zeigte mir Gott einmal mehr seine liebevolle Anteilnahme an meinem Erleben und auch die Einladung, bei ihm immer wieder zur Ruhe zu kommen. Er gibt Halt, Sicherheit und Frieden in allen Lebensumständen. Um das zu erfahren, braucht es mein aktives Reagieren: Den Steg benutzen, um auf den Felsen zu kommen. Obwohl ich das weiss, ist es ermutigend und hilfreich, dies immer wieder persönlich und bis in die Gefühle hinein wahrzunehmen – auch durch einen Traum …

Gefahr im Untergrund

Mein Mann und ich waren im oberen Geschoss unseres Hauses. Ich realisierte, dass in einer der unteren Etagen etwas nicht in Ordnung war. Irgend jemand war dort eingedrungen und bedrohte uns. Ich hatte Angst und überlegte, was zu tun sei. Plötzlich merkte ich, dass mein Mann nicht mehr im Zimmer war. „Er wird doch nicht etwa …!“ – und schon rief ich ihn beim Namen. Keine Antwort. Ich rief weiter seinen Namen, rannte ins Treppenhaus und schaute übers Geländer hinunter. Da sah ich ihn gerade noch, bevor er weiter unten aus meinem Blickfeld verschwand. Wieder rief ich und er blieb stehen und schaute zu mir herauf. Wir sahen uns einen Moment lang in die Augen und ich dachte: Sehe ich ihn wohl zum letzten Mal?

Ich erwachte aus diesem sehr lebendigen Traum und fragte mich, was das wohl bedeute. Damit komme ich zum eigentlichen Grund meines Blogs:

Wie kann ich meine Träume verstehen und was haben sie für einen Nutzen in meinem Alltag?

Früher hätte ich gedacht, das sei doch ein seltsamer Traum. Oder ich hätte mich gar um meinen Mann gesorgt mit dem Gedanken, ob ihm nächstens etwas Schlimmes zustossen werde. Und jetzt? Jetzt war ich hell begeistert und sehr erfreut!

Nachdem ich nämlich meinen Traum wie gelernt entschlüsselt hatte, realisierte ich, dass die Deutung eine sehr ermutigende Zusage Gottes für mich persönlich war. Damit komme ich zu einem der ersten Schlüssel für das Verstehen unserer Träume:

Was passiert gerade in unserem Leben, was beschäftigt uns, wo sind wir dran?

Da hinein reden die Träume, weil Gott sich um uns kümmert und uns im Alltag helfen will. Und was war in meinem Alltag los?

Am Vortag war ich auf dem Eis ausgerutscht und heftig mit dem Kopf aufgeschlagen. Beim Aufstehen tat mir alles weh, und besonders der Kopf brummte. Ich legte mich dann zuhause hin. Mit der Zeit klangen die Schmerzen ab und auch das leichte Schwindelgefühl besserte sich. Abends fand ich, es gehe mir gut. Beim Einschlafen aber schoss plötzlich ein Gedanke durch meinen Kopf: Bei einem unserer Schwiegersöhne hatte sich nämlich längere Zeit nach einem Sturz eine schlimme Hirnblutung entwickelt. Er musste dann operiert werden. Und mit diesem Gedanken war sie da: die Angst. Was passiert da im Verborgenen, im „Untergrund“ meines Kopfes, ohne dass ich es bemerke? Ich brachte den Gedanken und die Angst dann Gott im Gebet und schlief ein. Und seine Antwort war dieser Traum.

Ich verstand, dass Gott sich um meine Ängste kümmert und darum, dass ich mich bedroht fühlte. Ich realisierte aber auch, dass ich im tiefsten Herzen unsicher war, wer stärker ist, Gott oder das Undefinierbare, das da im Verborgenen vielleicht geschah. Das waren meine Gefühle, als ich im Traum meinem Mann in die Augen sah. Und er? Er sah mich furchtlos, völlig sicher und ruhig an.

Mir wurde klar, dass mein Mann symbolisch für Jesus stand. Und da hat es mich ganz stark berührt: Jesus, Gottes Sohn, ist schon in die untersten Orte hinabgestiegen und hat dort einen für alle Zeit gültigen Sieg errungen. Das, was wir in diesen Tagen feiern – heute ist Karfreitag – ist so real!

Als ich meine innersten Zweifel realisierte, konnte ich mich gegen sie entscheiden. Ich gab alles nochmals ganz bewusst Gott ab und sprach ihm mein Vertrauen aus. Und jedesmal, wenn nachher ein Gedanke an eine mögliche Gefahr für meinen Kopf kam, war der Traum da und mit ihm grosse Freude und der tiefe Friede, dass alles gut ist.

Träume sind faszinierend und ermutigend! Im nächsten Beitrag mehr über die Schlüssel zu unseren Träumen.

Mein Himmels-Traum

Ich war so enttäuscht! War ich doch im Himmel gewesen! Und nie mehr wollte ich fortgehen! Ich war einfach nur glücklich, absolut glücklich. Noch heute spüre ich das Gefühl der Sicherheit, des Friedens und der vollkommenen Geborgenheit. Dazu schimmert vor den inneren Augen meiner Erinnerung alles golden, so wie es dort war, wunderschön und überhaupt nicht kitschig. Da war die Gegenwart unzähliger Wesen um mich herum, in völliger Harmonie, in Liebe und überfliessender Freude … Engel?

Das war vor mehr als einem halben Jahrhundert, ich war vielleicht so 7 Jahre alt. Als ich mich wach in meinem Bett und in meinem Erdenleben wiederfand, bat ich Gott von ganzem Herzen, mir zu helfen, zu ihm und damit wieder an diesen wunderbaren Ort zu kommen. Von da an war diese Sehnsucht in mir, die mich durch meine ganze Kindheit und Jugend begleitete. Es gelang ihr immer wieder, an die Oberfläche meines Bewusstseins zu kommen und mir meine heimlichen Fragen und mein inneres Suchen zu zeigen. Diese Sehnsucht brachte mich schliesslich zu dem Moment, an dem ich Gottes Werben um mein Leben zuliess und zu entdecken begann, dass es bei ihm nicht um Religion geht, sondern um eine Liebesbeziehung.

Mein „Himmelstraum“ ist nicht der einzige, der mich in der Kindheit prägte. Da gab es noch den anderen, den ich regelmässig hatte und den ich richtig fürchtete. Davon erzähle ich ein andermal.

Diese Träume habe ich lange Zeit vergessen. Erst viel später kamen sie wieder in mein Bewusstsein und liessen mich über die Tiefe ihrer Bedeutung staunen und mich darüber freuen, wie Gottes Liebe in meiner Kindheit nach mir suchte.

Besonders in den letzten beiden Jahren durfte ich ganz neu entdecken, dass Gott durch Träume mit mir redet. Wer sagt jetzt aber, dass das damals ein Reden von Gott war und nicht nur irgendein innerer Vorgang von Vergangenheitsbewältigung, ein Ausdruck von Wunsch oder Hoffnung, oder Verdauung der gestrigen Pizza?

Im Buch Hiob, wohl der ältesten Schrift in der Bibel, steht eine bemerkenswerte Aussage: „Gott redet einmal und zum zweiten Mal, aber man beachtet es nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tie­fer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern, da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie, um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren, damit er seine Seele vom Verderben zurückhalte, und sein Leben davon, in den Wurfspieß zu rennen.“ ‭‭Hiob‬ ‭33:14-18

Man könnte diese Aussagen vielleicht als bedrohlich oder kontrollierend verstehen. Ich glaube, das Gegenteil trifft zu: Hier zeigt sich die liebevolle Sorge eines Vaters, der sich zutiefst um das Wohlergehen seines Kindes kümmert und alles versucht, sein Herz mit Ermutigung und gutem Rat zu erreichen.